Newsletter 30.04.04

Liebe Freunde und Interessierte,

"Begegnung der Menschen, Begegnung der Herzen"

Dieses Motto das unser ganzes Engagement begründet kommt in diesem Frühjahr besonders zur Geltung:

1 . Über 60 Freunde, Hinterbliebene, Regierungsvertreter Baschkortostans werden am So Abend anreisen. Zur Gedenkstätteneinweihung am Mo 3.Mai 11 Uhr bei Überlingen-Brachenreuthe ist die Bevölkerung herzlich eingeladen, ebenso wie zur Eröffnung der Photoausstellung zu oben genanntem Motto um 14.30 in Brachenreuthe.

2. 45 Jugendliche zusammen mit 15 Begleitpersonen aus Baden-Württemberg erlebten ein phantastisches Festival Ost-West in Ufa vom 7.-14. April 2004.

3. 11 Schüler aus Baschkortostan sind am 17.04 zum 3 monatigen Schulbesuch in unserem Ländle bei freundlichen Gasteltern angekommen.

4. 2 Studenten der Universität für Service aus Ufa studieren seit 19.04 nun für ein halbes Jahr an der BA in Ravensburg.

5. 20 Schüler der UNESCO Schule Ufa und Jekaterinenburg zusammen mit 27 Dozenten, Direktoren und Künstler machten für einen Tag am 24.04 einen Zwischenstopp am Bodensee.

6. Dimitri Bagin - Pflegevereinbarung, Sonderaufenthaltsrecht.

7. Auflösung des "Ort der Achtsamkeit" in Owingen

8. Die Jahreshauptversammlung findet erst am Freitag 25. Juni 20 Uhr im DRK Überlingen statt.

1. Am So 18 ca.Uhr erwarten wir unsere Gäste ca. 70 Personen am Flughafen in Friedrichshafen. Sie werden im Freizeitheim Lindenwiese in Überlingen-Bambergen die Nacht verbringen. Die durch das Land Baden-Württemberg, gemeinsam mit der Stadt Überlingen und Owingen nach einem Wettbewerb durch Frau Zaumseil gestaltete Gedenkstätte wird zwischen 11 und 13 Uhr eingeweiht. Dazu sind alle herzlich eingeladen, ebenso wie zur Eröffnung der Photoausstellung mit dem Titel "Begegnung der Menschen, Begegnung der Herzen" des baschkirischen Fotografen Ramil Kilmamatov. Unser Freundeskreis hatte durch Daniela Einsdorf diese Ausstellung angeregt. Mit Unterstützung der Baschkirischen Regierung konnte diese nun realisiert werden.

Den Hinterbliebenen war es ein großes Anliegen insgesamt 71 Birken und Ebereschen (in Russland sind diese ähnlich bedeutsam wie für uns Deutsche die Eiche und Linde) als ein lebendes Zeichen der Erinnerung zu pflanzen. Um ca. 15.30 werden diese Bäume in Brachenreuthe gemeinsam vorläufig gepflanzt.

2. Das Jugendfestival in Ufa an dem 45 Schüler Baden-Württembergs mit hervorragenden künstlerischen Beiträgen einen bleibenden Eindruck hinterließen, war ein schöner Erfolg. Viele neue Freundschaften wurden geschlossen. Ein Nachtreffen soll unbedingt bald stattfinden. Ein ausführlicheren Bericht wird im nächsten Newsletter folgen. Auf unserer Homepage findet sich eine erste Bildergalerie. (Angefügtes Bild ist von der Eröffnungsgala im städtischen Kulturpalast in Ufa)

3. 11 deutsch sprechende 15 und 16 jährige Schüler aus Baschkirien konnten wieder gemeinsam mit dem Verein www.gastschueler-in-deutschland.de <http://www.gastschueler-in-deutschland.de> in unser Ländle eingeladen werden. Sie leben bis zum 24.Juni bei Gasteltern in Friedrichshafen, Salem, Überlingen, Owingen, Stockach und Heilbronn und besuchen hiesige Schulen.

 

4. 2 Studenten der Universität für Service aus Ufa erhielten durch das Engagement der BA Ravensburg und die Vermittlung des Freundeskreises ein Stipendium für ein halbes Jahr Studienaufenthalt. Sie sind gut angekommen und fühlen sich an Ihrem neuen Studienort sehr wohl (Fotos von links Albert und Olga, Olessia ist ebenfalls aus Ufa und war für drei Monate als Au Pair hier).

5. 20 Schüler der UNESCO-Schulen in Ufa und Jekaterinenburg und 27 Dozenten, Direktoren und Künstler dieser Schulen, welche auf einer Reise über Berlin, Zürich, Genf und Paris waren, machten am 23./24.04 Zwischenstop am Bodensee. Sie wurden im Kloster Hersberg herzlich empfangen und durch den Überlinger Bürgermeister Lutz und den Owinger Bürgermeister Former, sowie 12 weiteren Freunden begrüßt. Am nächsten Tag wurde am Kreuz in Brachenreuthe Blumen niedergelegt. Sulfat Chammatov hielt eine ergreifende Ansprache. Daran schloss sich eine Rede von Herrn Lutz und Herrn Former an. Durch den kleine Kreis entstand eine sehr dichte und intensive Stimmung der Andacht und des gemeinsamen Trauerns. Anschließend wurde von Sulfat ausgesprochen, daß die Begegnungen in Trauer nun ein Ende finden sollen und die Freundschaft in der Vordergrund tritt.

Bei einer Erfrischung in Brachenreuthe erzählte Herr Wegmüller kurz über die Geschichte und die Besonderheit des Camphilllebens. Der Satz „Wir blicken nicht auf die Behinderung, sondern auf die Individualität der Kinder“ beeindruckte einige Dozenten und Schüler sehr. Zwei erkundigten sich im Anschluss nach einem Praktikumplatz.

Spontan stellte sich die 8. Schulklasse von Brachenreuthe mit ihrem Lehrer auf und meinten, sie singen ein kleines Lied für die Gäste. Begleitet von einer Trompete sangen sie fröhlich los und siehe da, die russischen Gäste konnten den Refrain mitsingen. Die Kinder strahlten, die Gäste strahlten-- ein wärmender Moment.

Nun ging es in die Schule Schloss Salem. Nach kurzer Begrüßung durch Direktor Bueb, begannen die Schüler aus Russland mit ihren Referaten. Vom Wasserfall Atisch, dem Uralgebirge, dem Wunder der Weisssteinkirchen und dem Nationalhelden Salavat Julajev konnten wir hören. Der Tanz der Zöpfe und das Spiel auf der Mundorgel wurden uns gezeigt. Alle Beiträge waren gekonnt, dramatisch und künstlerisch vorgetragen. Es war eine Freude diesen selbstbewussten, jungen Menschen zuzuhören. Und unweigerlich musste man an die verunglückten Kinder hier bei uns denken, die ja auch alle außerordentliche Talente hatten. Eine Schweigemute in der Erinnerung an sie beendete das Programm. Geschenke wurden übergeben, ein selbstgeschnitzter, großer Hirsch ziert jetzt den Schreibtisch von Heimleiter Michael Meister, der sich auch sehr für das Gelingen dieses Treffens miteingesetzt hatte. Nach dem Essen führten die Salemer Schüler die Gäste noch schnell durch ihre Räumlichkeiten. Lachend, winkend machen sie sich auf den Weg nach Zürich. “Vielen Dank, Auf Wiedersehen, ihr seid unsere Freunde und Überlingen ist seit dem Unglück für uns eine heilige Stadt“, das waren die Abschiedsworte von Ludmilla Boguslavskaja, der Direktorin der Ufaer UNESCO-Schule. Ein besonderer Dank gilt allen Helfern, von Seiten der Stadt Überlingen, von Brachenreuthe, von Hersberg und Salem.(Bericht Daniela Einsdorf)

6. Die Tante und der Vormund von Dimitri Bagin, dem durch das Flugzeugunglück zum Waisen gewordenen 13 jährigen Jungen, der jetzt in Owingen-Hohenbodman bei Familie Martin wohnt, konnte über Ostern eine Woche bei Martins verbringen. Gemeinsam mit dem Anwalt der Tante und durch Mithilfe des Kreisjugendamtes konnte nun eine Pflegevereinbarung getroffen werden, welche die rechtliche Situation der Pflegefamilie Martin klärte. Als Polizist erhielt Reinhard Martin durch das Regierungspräsidium eine Ehrung für sein menschliches Engagement. Herr Wicker, Regierungspräsident, sprach eine Zusicherung aus, daß Dima eine Sonderaufenthaltsrecht aus humanitären Gründen zugesprochen wird.

7. Der "Ort der Achtsamkeit", <http://www.bruecke-nach-ufa.de/orte-der-achtsameit.html>als Installation zum Owinger Kunstsommer 2002 bereits vor dem Unglück durch Herbert Dreiseitl konzipiert und kurz nach dem Unglück errichtet unter Mitwirkung von Dieter Bruderhofer, Robert Längle, Gustav Schechter, Eckard Seiler u.a. sowie der Gemeinde Owingen als vorübergehende Andachtsstätte bis zur Einweihung der eigentlichen Gedenkstätte, wurde nun abgebaut. Die gemeinsam mit Hinterbliebenen gepflanzten Rosen und übrigen Pflanzen wurden durch den Bauhof der Gemeinde Owingen an drei sehr schön angelegte Orte verpflanzt.