Das "Musterländle" Baschkiren

Die russische Republik Baschkortostan

 

In der offiziellen Sprachregelung hat das turksprachige "Baschkortostan" (Baškortostan) das russischsprachige "Baschkirien" (Baškirija) Anfang 1992 ersetzt, als die Baschkirische SSR (bis 1990 ASSR) in Republik Baschkortostan umbenannt wurde. Die Verwendung der beiden Begriffe lehnt sich meist an den russischen Sprachgebrauch an, wo "Baschkortostan" im engeren Sinne das politische Gebilde meint, während "Baschkirien" ein umfassender Begriff ist, der auch die historische und geographische Dimension umfasst.

"Baschkirien - Baschkortostan, Republik innerhalb Rußlands, umfasst den südlichen Ural und sein westliches Vorland liegt an der Grenze zur Republik Tatarstan, der Udmurtischen Republik, und den russischen Provinzen Perm, Jekaterinenburg, Tscheljabinsk und Orenburg; 143 600 km², 3,98 Mill. Einwohner (davon rund 53% in Städten). Ein Drittel davon sind Baschkiren. Eine große Anzahl von Baschkiren lebt in anderen Teilen Russlands. Russen, Tschuwaschen, Udmurten, Mari und andere bewohnen 40 % des Territoriums. Das Parlament ist das oberste repräsentative Organ von Baschkirien. Es ist ein Zwei-Kammern-Parlament. Hauptstadt Ufa; Getreideanbau, Fleischvieh- und Milchviehzucht, im Gebirge Waldwirtschaft (Mehr als ein Drittel des Landes ist von Wald bedeckt.); reiche Erdöl- und -gasvorkommen (Zweites Baku), Förderzentren Ischimbaj und Tujmasy; Braunkohle, Eisen-, Mangan- und Kupfererze, Bauxit und Gold; wichtigste Industriestädte sind Ufa, Sterlitamak und Bjelorezk.

 

 
Die Hauptstadt Ufa, der gleichnamige Fluss und das 

russisch-baschkirische Freundschaftsdenkmal

Geschichte:

1921 wurde Baschkirien gezwungen, eine autonome Sowjetrepublik als Teil der Russischen Föderation zu werden. 1937 nahm Baschkirien die Verfassung der UdSSR an, in welcher die Republik als Staat bestätigt wurde. Dies war eine Formalität, da souveräne Rechte fehlten. Eine neue Verfassung wurde angenommen, welche die politisch-rechtliche Position Baschkiriens schwächte. 1980 formierte sich eine Bewegung zur Verbesserung des politisch-rechtlichen Status, für ein autonomes Baschkirien. 1990 erklärte Baschkirien seine staatliche Unabhängigkeit. Ein Einigungsvertrag zwischen der Republik Baschkirien und Russland wurde unterzeichnet. In diesem Vertrag wurde die Souveränitat Baschkiriens durch Russland teilweise anerkannt. 1995 wurde das Parlament der Republik Baschkirien gewählt. 1996 wurde Baschkirien Mitglied der UNPO

Baschkiren - Baschkurt, ugrisches Volk (1,34 Mill.) im südlichen Ural, turkisiert, Moslems; wohl magyarischer Abstammung; Ackerbauern, Bienenzüchter, Halbnomaden.
Die baschkirische Sprache ist die zweitrangige Sprache im Land, nach Russisch, und gehört zur türkischen Sprachgruppe. Neben türkischen Wurzeln enthält die baschkirische Sprache mongolische und finno-ugrische Elemente."
Textquellen:© Bertelsmann Lexikon Verlag, Gütersloh 1996
Aus: Bertelsmann Discovery '97
© Bertelsmann Electronic Publishing GmbH, München 1996

Republik Baschkortostan

Die Republik Baschkortostan ist ein souveräner Staat im Bestand der Russischen Föderation. Am 11. Oktober 1990 wurde die Deklaration über die staatliche Souveränität der Republik Baschkortostan beschlossen. Sie liegt im südlichen Teil des Uralgebirges, an der Grenze zwischen Europa und Asien. Das Territorium beträgt 143,6 Tausend Quadratkilometer. Die Anzahl der Bevölkerung beläuft sich auf die Ziffer von 4104,2 Tausend Menschen. Die Hauptstadt von Baschkortostan Ufa wurde 1574 gegründet.

Die Republik ist reich an Naturschätzen. Im Inneren des baschkirischen Bodens gibt es etwa 3500 Vorkommen von Bodenschätzen. Es gibt beträchtliche Vorräte von Gas, Kohle, Kochsalz, Mangan, Gips, Kalkstein, Eisenerz, Buntmetallen, Kupfer, Zink, Kobalt, Kadmium, Indium, Gallium, Germanium, Selen, Tellur, Gold und andere Elemente enthaltender Erze. Der Hauptschatz Baschkortostans ist Erdöl, das seit 1932 gewonnen wird und die wirtschaftliche Struktur der Republik in bedeutendem Maße bestimmt. Insgesamt sind mehr als 250 Erdöl- und Gasvorkommen bekannt.

Der Anteil Baschkortostans an der Wirtschaft der Russischen Föderation (%, 1997): Bruttoinlandsprodukt - 2,3; Industrieproduktionsvolumen großer und mittlerer Betriebe - 3,0; Bruttoprodukt der Landwirtschaft - 4,1; Kapitalanlagen - 3,1.

Die Republik Baschkortostan nimmt den 6. Platz in der Russischen Föderation dem Industrievolumen nach, den 3. Platz - dem landwirtschaftlichen Produktionsvolumen nach und den 11. Platz - den Abführungen an den föderalen Staatshaushalt nach ein. Das Industriepotential der Republik, die nach ihrer Wirtschaftsstruktur eine Industrie- und Agrarregion ist, wird von 500 Betrieben und 100 Zweigen der materiellen Produktion repräsentiert.

Der Brennstoff- und Energiekomplex ist die Grundlage der Industrie Baschkortostans. Heutzutage verfügt die Republik über den größten erdölverarbeitenden und petrolchemischen Komplex in Europa. In der Republik Baschkortostan wird jede 16. Tonne Erdöl des Gesamtvolumens Rußlands gewonnen und jede 6. Tonne verarbeitet. Aufgrund der erdölfördernden Industrie entwickeln sich Energetik, Chemie, Gaswirtschaft, Petrolchemie, Erdöl- und Chemieanlagenbau. Die chemische und petrolchemische Industrie bilden die Produzenten der organischen und chlororganischen Synthese, synthetischen Teere, Kunststoffe, Kautschuke, Gummierzeugnisse, Lack- und Farbenproduktion, Haushaltschemie. Die vorhandene Produktionskapazitäten des erdölverarbeitenden Komplexes ermöglichen die Verarbeitung von bis zu 60 Mio. t Erdöl und die Produktion von mehr als 300 Erzeugnissen. Die Brennstoffproduktion beträgt 41,3% des Bruttoinlandproduktes der Republik. Das Produktionsvolumen von kalziniertem Soda in Baschkortostan beträgt 59%, synthetischen Kautschuken - 28%, Glühlampen - 27%, Erdölanlagen - 25%, Polyethylen - 21%, Metallbearbeitungsmaschinen - 23%, kaustischem Soda - 20%, Pestiziden - 20% des Gesamtvolumens Rußlands.

Die Eisenhüttenindustrie und Nichteisenmetallurgie gehören zu den ältesten Industriebranchen der Republik. Die Republik ist die bedeutendste Basis der Nichteisenmetallurgie des Urals und der größte Lieferant schwefelhaltiger Rohstoffe Rußlands. Aus den Erzlagern werden 60% Kupfer und 65% Zink der ganzen Uralregion gewonnen.

Der Maschinenbaukomplex der Republik zählt ca. 130 Betriebe. Die meisten von ihnen versorgen die erdöl- und gasfördernde und verarbeitende Industrie, Chemie und Petrolchemie und den Bergbau. In Baschkortostan entwickeln sich die Autoindustrie, der Werkzeugmaschinenbau, land- und forstwirtschaftlicher Maschinenbau.

Die Republik Baschkortostan ist eine der größten Landwirtschaftsregionen Rußlands. Hier wird 4,1% der gesamten Landwirtschaftsproduktion der Russischen Föderation produziert (4. Platz unter den Regionen Rußlands). Die Landwirtschaft der Republik ist auf Getreide-, Fleisch- und Milchproduktion, sowie Zuckerrübenanbau spezialisiert. Die Gesamtbodenfläche beträgt 14 Mio. ha, darunter 8 Mio. ha landwirtschaftliche Nutzfläche, 4,5 Mio. davon sind Ackerboden. Der Hektarertrag beträgt ca. 19-20 dt/ha. Landwirtschaftliche Produkte der Republik wurden 1997 an 35 Regionen Rußlands geliefert. 80% der Inlandsnachfrage an Nahrungsmitteln wird durch die eigene Produktion abgedeckt. Im Laufe der letzten 5 Jahre steigerte sich der Außenhandelsumsatz auf das 2,5-fache und betrug 1997 2,5 Mrd. US$. Dabei machte der Exportanteil des Außenhandelsumsatzes 83% aus. Eine Analyse zeigt, daß 75% des Exports Produkte der Brennstoffindustrie, 12% der petrolchemischen Industrie, 3,1% des Maschinenbaus und 1,5% der Eisen- und Stahlindustrie sind. Das Importvolumen der Republik betrug 1997 346,2 Mio. US$ und verringerte sich im Vergliech zu 1993 um das 2,4-fache. Das Wirtschaftspotential, die politische Stabilität und das Ansehen der Republik Baschkortostan im internationalen Maßstab ziehen solide Unternehmen, Gesellschaften und Banken zur Zusammenarbeit mit der Republik als eine der günstigsten Regionen Rußlands an. Nach dem Stand vom 1.8.1998 ließen sich 480 Betriebe, Außenstellen und Vertretungen mit Außlandskapitalanteil registrieren. Heutzutage besteht in Baschkortostan ein Investitionsbedarf für die Verwirklichung von mehr als 150 Projekten in der petrolchemischen, chemischen und Erdölbranche, holzbearbeitenden Indusrie, Landwirtschaft und Nahrungsmittelindustrie, Konversion der Rüstungsindustrie sowie im Maschinenbau und anderen Industriezweigen. Anfang 1998 wurden in der Wirtschaft der Republik Auslandsinvestitionen in Höhe von 140 Mio. US$ getätigt. Wie der Präsident der Republik Baschkortostan Murtasa Rachimow in einem Interview sagte, "ermöglicht das Wirtschaftspotential Baschkortostans mit seinen Bedingungen für die Investitionszusammenarbeit, eine hohe Aktivität im außenwirtschaftlichen Bereich zu prognostizieren, sowohl in einer kurzfristigen, als auch in einer langfristigen Perspektive. Wir sind imstande, den Reichtum Baschkortostans als die Quelle seiner Prosperität zu realisieren, und wir sind bereit, beliebige Möglichkeiten für die Entwicklung der gegenseitig vorteilhaften Zusammenarbeit zu besprechen". 

Quelle: IHK der Republik Baschkortostan


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